Albanien, das ist doch irgendwo da unten im Balkan, oder?! Das Land wird bei der Reiseplanung der Westeuropäer all zu oft übergangen – was soll man da schon groß machen? Wir nahmen genau diesen Gedanken zum Anlass, das Land auf unsere Weise zu entdecken: Mit dem Zelt, trampend und möglichst nah an Natur und Mensch. Dabei haben wir einige Orte abgeklappert, die wir gerne mit Euch teilen möchten.

Albanien Backpacking: Wissenswertes

Wer mit dem Zelt und einem Pappschild durch Albanien reist, sollte sich auf eines gefasst machen: Gastfreundschaft. Besonders in weniger touristischen Gebieten versuchten uns Bewohner zu helfen, wo es nur ging. Wir wurden während unserer Reise sogar mit Crossaints und anderen Wegzehrungen beschenkt – ein fester Händedruck zum Abschied inklusive. Auch wenn die Infrastruktur augenscheinlich etwas zu Wünschen übrig ließ, funktionierte insbesondere die Fortbewegung problemlos und günstig. Wichtig: Immer Einheimische fragen, denn die wissen am besten, wo die Busse fahren oder wie man von A nach B kommt.

Albanien Backpacking: Einreise von Montenegro

Hier wartete die erste Herausforderung: der Grenzübertritt von Ulcinj nach Shkodra. Busse fahren nur über diesen Grenzübergang – ein Übertritt von Podgorica nach Albanien sei sehr umständlich, wurde uns gesagt. Die Busse von Ulcinj fahren um 7:00, 10:50, 12:30 und 16:30 Uhr nach Shkodra (Stand August 2016). Als wir das herausgefunden hatten, konnte es dann auch losgehen – vielleicht hilft Euch diese Info also weiter!

Albanian Backpacking: Shkodra

In Shkodra angekommen bezogen wir das „Mi casa es tu casa“-Hostel (10€/Nacht+Frühstück). Es liegt zentral, bietet eine entspannte Atmosphäre und zahlreiche Ausflugstipps. Die liebenswürdige Besitzerin organisierte uns außerdem gerne ein Furgon zur Fähre, da wir gleich am nächsten Tag auf die Bergtour wollten. Shkodra selbst ist schön zum Schlendern und Kaffee trinken, viel mehr aber auch nicht. Wir jedenfalls wussten nach zwei Tagen und dem fünfzehnten Espresso nicht mehr so richtig, wohin mit uns.

Shkodra bietet viel Raum zum Schlendern und Kaffee trinken - sonst gibt es nicht viel zu tun.

Albanien Backpacking: Hiking von Valbona nach Teth

Für viele gehört ein Ausflug in die Berge dazu – und das lohnt sich wirklich! Das Hostel organisierte ein Furgon, mit dem wir morgens um 7 starteten und die Fähre um 9 erreichten. Für Furgon und Fähre wurden jeweils 5€ fällig, die Fährfahrt dauerte etwa 2 Stunden. Am Anliegehafen fahren oft Touristen mit Mietwagen weiter, man kann also auch versuchen, per Anhalter weiterzukommen. Wir hatten Glück und wurden von einem britischen Pärchen mitgenommen. Ein weiteres Furgon nach Valbona hätte erneut 5€ gekostet (Sparfuchsalarm!). In Valbona ist Wildcampen kein Problem: Kurz bevor die asphaltierte Straße endet und das Flußbett beginnt, bietet ein ausgetretener Wald zahlreiche schöne Plätze für das Zelt.

Den Hiking-Trail nach Teth begonnen wir bei Sonnenaufgang, um der größten Hitze zu entgehen. Die Tour dauerte bei uns etwa 6 Stunden (langer Powernap am Gipfel inklusive). In Teth ist der Tourismus noch nicht so angekommen wie in Valbona, doch auch hier gibt es ein paar kleine Hostels undGästehäuser (Camping etwa 4€/Person). Für die Rückfahrt nach Shkodra stellten wir uns einfach morgens ab 8 an die Ausfahrtsbrücke. Nach 20 Minuten nahm uns ein Furgon mit in die Stadt (10€ bis Shkodra). Die Fahrt dauerte etwa 4 Stunden und ließ einer Mitfahrerin das Frühstück erneut zu Kopfe steigen – einen robusten Magen und etwas Sitzfleisch braucht Ihr also auf jeden Fall!

Atemberaubende Aussichten auf die Bergflanke, die Valbone von Teth trennt.

Albanien Backpacking: Tirana

In Tirana ist das Milingona Hostel ein wirklich schöner Ort, um auszuspannen und die Stadt zu erkunden. Das Zelt haben wir zwischen Wassertank und Zaun für 7€ aufgeschlagen. Dafür war auch ein Frühstück dabei, das von den Besitzern höchst persönlich zubereitet wurde. Tirana besticht durch den augenscheinlichen Widerspruch zwischen pompöser Moderne und starker Erinnerungskultur:  buntblinkende Ausgehstraßen wechseln sich ab mit Statuen der Widerstandsbewegung, die ihre Waffen (oder Fäuste) in die Höhe recken.

Solchen Ansichten wird man in Tirana öfter begegnen.

Albanien Backpacking: Berat

Berat, die Stadt der tausend Fenster. Im Berat Backpackers haben wir wieder auf die Hostelbetten verzichtet und unser Zelt für 6€ auf Kiesterassen gestellt, die einen wunderschönen Blick auf die Stadt boten. Das Inklusivfrühstück war klein aber fein, die Atmosphäre entspannt. Wir verbrachten die meiste Zeit damit, durch die Gassen zu schlendern und flanierend auf der Flaniermeile den anderen Flanierenden auf der Flaniermeile zuzusehen. Günstig und ausreichend essen kann man übrigens in der „Heavens Kitchen“ direkt unten an der Flußbrücke. Die Karte bietet viele vegetarische Varianten und stillt wirklich jeden Hunger. Unbedingt: Zum Sonnenuntergang auf die Festung oberhalb der Stadt – der Ausblick ist atemberaubend schön!

Gezählt haben wir die tausend Fenster nicht - schön war es trotzdem! In der Abendsonne rauf auf die Festung, das lohnt sich.

Albanien Backpacking: Strände und Camping bei Himara

Ausgangspunkt war bei uns Vlora, wo zwischen 16 und 17 Uhr ein großer Reisebus alle Stranddurstigen nach Himara mitnahm. Wir stiegen am ersten großen Kreisel nach der Autobahn zu, auch wenn hier weder Schild noch Bucht eine Bushaltestelle signalisierten. Da Himara relativ überlaufen war, gingen wir noch am selben Tag den kleinen Trampelpfad in die Nachbarbucht Livadhi, wo eine Reihe günstiger Campingplätze wartete. Direkt der erste nach der Strandbar war super (etwa 4€/Nacht/Person)!

Die zweite Nacht haben wir in der kleinen Bucht zwischen Livadah und Jal verbracht. Man sollte sich jedoch vorher mit Verpflegung eindecken, da der Strand eigentlich im Nirgendwo liegt. Perfekt also, um in dem kleinen Idyll einsame Stunden zu genießen – den ganzen Müll mal ausgeblendet. Jala ist sehr partytouristisch, weswegen wir am nächsten Tag direkt den nächsten Geheimtipp ansteuerten: der Gjipe Beach. Von Jala ist die Bucht etwa 1,5 Stunden zu Fuß über einen markierten Weg entfernt. Ein, zwei kleine Bars, schöne Höhlen, ein Canyon, Strand und Meer. Mehr nicht. Am Ende der Hauptsaison scheint auch Wildcampen kein Problem zu sein, jedenfalls schlugen wir unser Zelt nebst anderen mitten auf dem Strand auf. Mitten in der Hauptsaison wird da vielleicht noch der einzige ansässige Campingplatz mitreden wollen (7€/Nacht/Person). Der Fußweg zurück zur Hauptstraße am nächsten Tag war zäh und dauerte etwa 1,5 Stunden – gelohnt hat es sich trotzdem allemal!

Albanien Backpacking Gjipe Beach Himara

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