Spektakuläre Aussichtsklippen im Harz – gibt es solche Gesteinsformationen nicht nur in den Alpen? Der Harz – Mittelgebirge und Sehnsuchtsort für überarbeitete Großstädter aus dem Norden Deutschlands. Mit seinen dunklen Wäldern, tiefen Schluchten und weiten Wiesen bietet der Harz perfekte Möglichkeiten für Erholungs- und Aktivurlaube. Doch was ist mit den spektakulären Aussichtsklippen, die so oft ein erstauntes „Wow!“ bei den Freunden hervorrufen, wenn man nach der Alpenüberquerung die Urlaubsfotos zeigt? Keine Sorge, auch die gibt es im Harz!

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Aussichtsklippen Harz: Kästeklippen Okertal

Mein persönliches Highlight direkt vorne weg. Die Kästeklippen im Okertal muten an wie das Elbsandsteingebirge und können es mit eben jenem tatsächlich aufnehmen: Die Oker hat sich ein tiefes Tal geschürft, an dessen Hängen die Kästeklippen einen tollen Blick Richtung Westen freigeben. Besonders schön: Auf der Tour vom Startpunkt Romkerhall passiert man zahlreiche spektakuläre Felsen, u.a. die Feigenbaumklippe, die Hexenküche und Mönch und Nonne. Mit etwas Mut und Trittsicherheit lassen sich viele der Klippen für tolle Sonnenuntergangsfotos nutzen. Für den kleinen Hunger kann im Kästehaus eingekehrt werden – typische Harzer Küche von früh bis spät.

Anreise: Mit dem Bus durch das Okertal bis Haltestelle „Romkerhall“.

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Die Kästeklippen im Okertal

Aussichtsklippen Harz: Hahnenkleeklippen

Etwas weniger spektakulär aber dennoch einen Ausflug wert: die Hahnenkleeklippen geben den Blick auf das über 100m tiefer liegende Odertal frei. Besonders einladend sind hier ein Picknickplatz auf den Klippen sowie die anschließende Runde durch den tiefen Fichtenwald. Nach gut einer Stunde ist man zurück am Ausgangspunkt „Königskrug“, einem Gasthof, der harzweit als „der Windbeutelkönig“ bekannt ist. Vielleicht lohnt sich auch hier eine Einkehr?

Anreise: Mit dem Bus 820 zwischen Bad Harzburg und Braunlage an der Haltestelle „Königskrug“.

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Die Hahnenkleeklippen bei Königskrug.

Aussichtsklippen Harz: Rabenklippen

Bei dieser Tour gilt: der Weg ist das Ziel. Die Rabenklippen gehören vielleicht nicht zu den spektakulärsten im Harz, da die Aussicht ähnlich wie bei den Hahnenkleeklippen eher auf ein bewaldetes Tal, anstatt auf einen reißenden Fluß oder den Brocken (dem höchsten Berg im Harz) geht. Doch der Weg zu den Aussichtsklippen könnte abwechslungsreicher nicht sein: Startpunkt ist ein Wasserfall nebst altem Familiengasthof, vorbei an einem Wasserwanderweg zum Gasthaus Molkenhaus, um dann kurz vor den Rabenklippen noch das Luchsgehege zu passieren. Mit guten Augen und einem Fernglas können Interessierte hier einen Blick auf das scheue Tier erhaschen, das seit einigen Jahren wieder im Harz heimisch ist. Einkehr ist direkt an den Klippen im „Gasthaus Rabenklippe“ möglich.

Anreise: Mit dem Bus 820 zwischen Bad Harzburg und Braunlage an der Haltestelle „Königskrug“.

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Die Rabenklippen neben dem Luchsgehege.

Aussichtsklippen Harz: Scharfenstein

Gleicher Startpunkt, gänzlich andere Tour. Führt der Weg zu der Rabenklippe eher durch dunklen Wald, betritt man auf der Tour zum Scharfenstein eine ganz andere Welt: nach einem Anstieg zur Luisenbank, einer Gewitterschutzhütte, umrundet man zur Hälfte den Eckerstausee. Kurz nach einer Rangerstation hat man dann einen fantastischen Ausblick auf den Brocken, das Harzer Hochland und den Stausee, auf dessen Damm man übrigens die ehemalige innerdeutsche Grenze überquert! Fleißige können sich nach den tollen Aussichtsklippen an die ganze Umrundung des Stausees machen – mit dann insgesamt etwa 18km Länge.

Anreise: wie bei der vorherigen Tour.

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Der Scharfenstein nebst Eckertalsperre.

Aussichtsklippen Harz: Rosstrappen und Hexentanzplatz

Gemessen an Höhe und Steigung der Aussichtsklippen ist die Rosstrappe sicherlich DIE spektakulärste Aussichtsklippe im Harz. Über die Rosstrappe steigt man steil von Thale auf, um dann – oben angekommen – in das tiefe Bodetal und auf den gegenüberliegenden Felsen zu blicken; den Hexentanzplatz. Die Rosstrappe hat ihren Namen von einer Sage, die von der Königstochter Brunhilde erzählt, die auf einem weißen Ross vor dem Riesen Bodo floh. Sie sprang von der Klippe auf die gegenüberliegende Seite, Bodo stürzte in den Fluss und gab damit der Bode ihren Namen. Neben der Möglichkeit zu spektakulären Fotos bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang findet sich also auch eine gehörige Portion Harzer Geschichte an diesem Ort.

Anreise: mit dem ÖPNV nach Thale.