Die Fotographie ist ein Werkzeug. Ein Werkzeug, um abzubilden, was wir sehen, was uns bewegt, um die Welt aus unserem Blickwinkel zu präsentieren. Sie darf Fehler haben und transportieren. Eine Komposition aus Licht & Farben, Schnitten & Formen, regellos und wohlsortiert. Hauptsache echt. Wir erklären die grundlegenden Begriffe zum Thema Belichtung: Bildformat, Belichtung, Blende, Iso.

Belichtung

Doch ein bisschen Handwerkszeug braucht es schon, um ein packendes Foto zu schießen und nicht selten scheitert es an der Unkenntnis der eigenen Kamera. Eine Spiegelreflexkamera bietet Möglichkeiten, die eine kleine Kompaktkamera nicht hat und erfordert im Gegenzug natürlich auch ein bisschen Know-How der Materie. Doch mal ehrlich: Auch wir haben keine Handbücher gewälzt oder Fotokurse besucht. Wir sind rausgegangen mit unserer neuen und noch etwas fremd in der Hand liegenden Spiegelreflex und haben rumprobiert. Haben Bilder vergeigt und Erfahrungen gesammelt. Bis wir plötzlich vertraut mit ihr umherwanderten und Bilder zauberten, die uns vorher schleierhaft waren. Auch wir haben noch lange nicht ausgelernt. Doch wir wollen hier einen leichten Einstieg in die Spiegelreflexfotographie ermöglichen, der Lust macht und nicht abschreckt. Keine fremdartigen Fachbegriffe, keine Quantenphysik. Einfache Anleitungen zum selber machen und keine Angst mehr vor Blende, ISO und Co. Was ist also was? Und was hat das mit Belichtung zu tun?

  1. Belichtung: Bildformat

JPEG oder RAW – Die Wahl des Bildformats. Das JPEG begegnet uns im täglichen Leben des Öfteren und scheint daher immer eine gute Wahl zu sein. Da weiß man, was man hat: Ein unkompliziertes Bildformat, das überall eingelesen werden kann und die Speicherkarte nicht übermäßig belastet. An dieser Stelle kann sogar noch nachjustiert und die Qualität und damit Größe des Fotos eingestellt werden. Eine hohe Qualität braucht natürlich auch entsprechend viel Platz. Soweit so gut, doch wozu dann eigentlich immer dieses RAW-Format? Fotos, die im RAW geschossen werden, können später am Computer viel einfacher nachbearbeitet werden. Dieses Format speichert die Rohwerte der Aufnahme, setzt sie praktisch jedoch noch nicht zu einem Bild zusammen. Das ist deine Stellschraube für spätere rauschfreiere Korrekturen. Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: Fotos, die im JPEG zu stark nachbearbeitet wurden, fangen an zu rauschen. das heißt, sie werden körnig, pixelig, grieselig. Dafür braucht das RAW natürlich auch entsprechend mehr Platz, da mehr Informationen gespeichert werden. Eine größere, schnelle Speicherkarte ist daher in diesem Fall ratsam. Wer irgendwann etwas tiefer in die Fotographie einsteigen und das Maximum aus seinen Bildern rausholen möchte, der wird früher oder später von allein auf RAW zurückgreifen. Und dann gibt es da ja auch noch die schöne Alternative: In RAW+JPEG fotographieren, damit man beides hat. Denn Bilder im Hostel mal eben schnell hochladen geht im RAW-Format nicht.

 

  1. Belichtung: Belichtungszeit

Im Sprung gefangen oder im Flug verwischt. Die Belichtungszeit ist ja eigentlich selbsterklärend und kann daher auch gut als erstes eingestellt werden. Je länger die Belichtungszeit, desto heller das Bild. Je kürzer die Belichtungszeit, desto dunkler das Bild, Ganz klar. Aber das kann doch nicht alles sein! Stimmt. Bei einer kurzen Belichtung wird das Bild in einem Sekundenbruchteil aufgezeichnet und damit in der Bewegung eingefroren. Bei bewegten Motiven, die also scharf in der Bewegung aufgenommen werden sollen, empfiehlt sich daher eine sehr kurze Belichtungszeit von z.B. 1/500. Möchte man Dinge verschwimmen lassen, dann wählt man eine lange Belichtung. In dieser Zeit werden sozusagen mehrere Momentaufnahmen durch die Linse transportiert und ergeben ein Bild. Fotographiere doch mal fahrende Autos auf einer Autobahn mit einer Belichtungszeit von 10 Sekunden. Auf deinem Bild wirst du später kein einzelnes Auto mehr ausmachen können, sondern nur noch eine Lichtbahn ihrer Scheinwerfer. Nun wählt man natürlich in den selteneren Fällen eine lange Belichtungszeit, sondern will ja in der Regel einen Moment so einfrieren, wie er ist. Die Regel ist also eine eher kürzere Zeit und damit auch etwas weniger Lichteinfall durch die Linse. Das kann bei einem eher trüben Tag schon zum Problem werden, wenn das Licht nicht ausreicht, um dein Bild ausreichend zu belichten. Um die Bildhelligkeit zu beeinflussen kannst du nun an zwei weiteren Schräubchen drehen: Der Blende und der ISO.

 

  1. Belichtung: Blende

Das Spiel mit der Tiefenschärfe. Mit der Blende regelst du, was und wie viel in deinem Bild scharf gestellt wird. Generell gilt: Eine große Blendenzahl blendet viel ab und lässt daher weniger Licht durch die Linse. Man spricht von einer geschlossenen Blende. Das Bild wird dunkler, aber die das Licht bündelt sich durch die kleine Öffnung mehr und sorgt daher für ein scharfes Bild bis in den hintersten Winkel. Als würde man durch ein Fernrohr schauen und nur das Bild im Kreis betrachten. Eine hohe Blendenzahl nimmt man also, wenn man das komplette Bild scharf haben will. Was ist nun eine hohe Blendenzahl? „Die Sonne lacht, nimm‘ Blende 8“. Bei einer Blende von 8-11 liegt man Sonnenschein und Landschaftsaufnahmen eigentlich nie daneben. Genauso nimmt man eine hohe Blende, wenn man eine Blüte in Nahaufnahme komplett scharf abbilden will und nicht nur das erste Blatt. Man merke sich also: Große Blendenzahl = stark abgeblendet; weniger Licht; mehr Tiefenschärfe/Hintergrund scharf.

Eine kleine Blende blendet entsprechend wenig ab und lässt viel Licht durch die Linse. Das Bild wird heller, aber auch unschärfer, denn du betrachtest nun eine viel größere Fläche. Als würdest du das Bild mit deinem Auge ablichten, mit dem du ja auch nur einen Punkt scharfstellen kannst. Der Rest drum herum verschwimmt. Eine kleine Blende ist daher gut, wenn du etwas im Vordergrund scharfstellen und den Hintergrund verschwimmen lassen möchtest. Schick bei Makroaufnahmen und Portaitaufnahmen. Da eine kleine Blende mit einer hohen Belichtung des Bildes einhergeht, wird die Lichtempfindlichkeit eines Objektivs auch immer an der kleinsten Blendenzahl gemessen. Ein Objektiv mit f/1,7 (kleinste Blende 1,7) ist also wesentlich lichtempfindlicher und länger bei Dunkelheit einsetzbar als ein Objektiv mit f/3,5. Darauf sollte beim Kauf eines Objektivs geachtet werden, denn eine kleinere Blende ermöglicht euch mehr Spielraum ohne künstliches Licht einsetzen zu müssen. Also auch hier sei gemerkt: Kleine Blendenzahl = wenig abgeblendet; mehr Licht; weniger Tiefenschärfe/mehr Unschärfe im Hintergrund.

 

  1. Belichtung: ISO-Empfindlichkeit

Die ISO-Empfindlichkeit stand früher dickt gedruckt auf jeder Filmrolle und gab die Lichtempfindlichkeit des Films wieder. Ein Film mit einer hohen ISO-Zahl war daher besonders lichtempfindlich und benötigte weniger Licht durch die Linse für ein gutes Bild. Genauso funktioniert es bei der Kamera. Schraubt man die ISO-Empfindlichkeit herauf, kann man eine kürzere Belichtungszeit oder eine höhere Blendenzahl wählen und erhält trotzdem ein gutes Bild. Das ist ja toll! Dann kann man ja die ISO auf 20.000 hochjagen und die Sonne ausschalten. Leider nicht ganz. Denn die ISO-Empfindlichkeit kann auch die Bildqualität beeinträchtigen. Je nach Kamera und Objektiv beginnt das Bild irgendwann arg zu rauschen. Die Polarlichter sind dann zwar auf die Speicherkarte gebannt, flirren jedoch durch einen körnigen Himmel. Unschön! Die ISO sollte also stets so klein wie möglich gehalten und nur als assistierendes Tool genutzt werden. Im Notfall gibt es ja auch noch den Blitz. Wobei Überbelichtung und Schlagschatten und überhaupt…Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Neugierig, mit was wir fotographieren? Dann schau doch mal in unserer Equipment-Liste nach oder hol‘ dir Anregungen in unseren TOP5 der Tools für Reisefotographen.