Mit dem Rucksack von Berlin nach Danzig: unser östliches Nachbarland bietet nicht nur eine wilde und atemberaubende Natur, sondern auch viele günstige Möglichkeiten zum Campen und Entspannen. Hier unsere Polen Backpacking-Tipps!

Backpacking Trampen Polen Ostseeküste CampingPolen Backpacking: von Stettin nach Międzyzdroje

Die erste Etappe findet mit dem Zug statt – das geht schnell, ist günstig und verspricht sofortige Erfrischung im Meer. Denn von Stettin nach Misdroy sind es nur etwa 1:20 Std. mit dem Zug, das Ticket kostet etwa 10 Euro. In Międzyzdroje angekommen führt ein etwa 20minütiger Fußmarsch zum Camping 24. Praktischerweise kommt ihr an einem LIDL vorbei, in dem sich mit Lebensmitteln eingedeckt werden kann.

Die „Promenade“ von Międzyzdroje ist besonders in den Nebensaison eher unbelebt. In diesem verschlafenen Nest stechen Imbissbuden, die Kebap oder Waffeln mit Sahne verkaufen ziemlich heraus – oft auch, weil sie sich mit lauter Musik zu übertrumpfen versuchen. Am Strand hört man davon nichts, hier könnt ihr das erste Mal entspannen!

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Polen Backpacking: an der Küste entlang bis „Camping Tramp“ bei Świętouść

Am Ortsausgang von Misdroy (Międzyzdroje) lässt es sich super trampen. Zwar ist es in Polen offenbar eher ungewöhnlich, mit viel Gepäck und einem ausgestreckten Daumen am Straßenrand zu stehen – mitgenommen wird man dennoch, auch wenn es gefühlt länger dauert als in anderen Ländern. Die Straße bis zum nächsten Campingplatz führt durch den Woliński Park Narodowy, den Nationalpark Wolin. Hier lohnt es sich, auszusteigen und einen Zwischenstop zum Wandern einzulegen.

Alternative: es sind einige Kilometer, aber die Strecke bis zum Camping Tramp ließe sich auch am Strand entlanggehen. Hinter den Dünen befinden sich sogar oft gute Wanderwege. Im September: Achtung, Mücken!

Der Campingplatz Camping Tramp bietet nichts als Camping. Er ist so abgelegen, dass Lebensmittel im platzeigenen Supermarkt (kleiner Shop) gekauft werden müssen. Ohne Auto ist die nächste Kleinstadt nur mit langem Fußmarsch zu erreichen. Für uns war es perfekt, um zwei Tage Dauerregen auszusitzen und runterzukommen.

Polen Backpacking: Nach Dziwnów

Ein bisschen lost könnte man in Dziwnów ankommen: hin und her gerissen zwischen wilder Strandidylle, modernen Protzpromenaden und polnischen Spielhöllen bietet dieser kleine Ort doch etwas für alle. Der Wohnwagenpark Korab ist günstig, bietet schöne geschützte Wiesen für kleine Zelte, und der Supermarkt ist fast gegenüber. In der Nebensaison herrscht hier überwiegend Ruhe, in der Hauptsaison könnte Musik, Party und Animation etwas Unruhe verbreiten.

Polen Backpacking: Kolberg

Der weg von Dziwnów nach Kolberg kann etwas beschwerlich sein – besonders trampend. Wir gelangen nach mehreren Umstiegen von Mitfahrgelegenheit, auf Bus, auf Bus irgendwann nach Kolberg. Vom Hauptbahnhof ist es ein langer Fußmarsch bis zum Camping Baltic, die Preise sind etwas überteuert – und man trifft viele Deutsche.

Das liegt an der Stadt: RentnerInnen fahren hier her, Busladungen von UrlauberInnen flanieren abends auf der Promenade, essen, trinken, oder stehen vor Ständen mit religiösen oder kitschigen Motiven. Das kann man schön finden – als jemand, der Natur und Abgeschiedenheit mag, wird man es eher skeptisch beobachten. Schön hergerichtet ist es trotzdem allemal, besonders die Promenade und der Pier laden auf Pizza und Bier ein.

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Polen Backpacking: Danzig!

Das Highlight der Reise. Nachdem die Strandorte vorher alle mehr oder weniger ähnlich waren, sticht Danzig als Reiseabschluss ziemlich heraus. Die Stadt ist der lebhafte und trubelige Kontrast zu den ruhigen und oft von RentnerInnen überbevölkerten Strandorten an der Ostseeküste.

Besonders praktisch: Östlich des Stadtgebietes – aber gut mit einer Tram zu erreichen – liegen zwei große Waldcampingplätze in unmittelbarer Nähe zum Meer: Wir empfehlen Camper & Camping Park. Der Platz bietet viele ruhige Wiesen, Platz und gute Sanitäranlagen – zum relativ kleinen Preis. 5 Minuten Fußweg zum Strand, etwa 20 Minuten fährt die Tram bis in die Innenstadt von Danzig.

Dort pulsiert das leben. Neben Restaurants, netten Kneipen und tollen Museen gibt es auch im westlichen Umland grüne Parks und weite Strände, die sich gut für Fahrradausflüge eignen.

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss noch ein Geheimtipp: eine Wanderung vom Campingplatz zur östlichen Landzunge lohnt sich wirklich. Am Strand entlang erwarten euch wilde Kiefernwälder, die auf dem Rückweg durchquert werden können. Hin und zurück seid ihr etwa 3 Stunden unterwegs.

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