Keinen Bock auf winterlichen Skiurlaub? Macht nichts. Ist ohnehin die Hauptsaison in Finnisch-Lappland und völlig überlaufen. Außerhalb der Polarlicht- und Weihnachtssaison ist es in ganz Finnisch-Lappland erstaunlich ruhig. Das Land hat Urlaub und ihr auch! Mietet euch doch also mal ein gemütliches Blockhäuschen an und geht wandern, fischen oder macht einen Abstecher nach Norwegen. Wer mal so richtig in Frieden und Stille die naturgenährte Seele baumeln lassen will, der fährt nach Nordfinnland.

Lappland: Mökki-Sommer

Der Traum eines jeden Finnen ist nicht etwa der Durchbruch mit der eigenen Heavy Metal-Band oder die Weltmeisterschaft im Gummistiefel-Weitwurf. Der Finne arbeitet hart, um sich dann irgendwann sein eigenes Sommerhäuschen gönnen zu können: Das Mökki. Mökkis stehen in Finnland an jedem idyllischen Fleckchen Erde und trotzdem in der Einsamkeit laden zum Sommernachtsträumen ein. Die nordischen Winter in Lappland sind lang, die Sommer kurz. Während der sommerlichen Urlaubszeit verschwinden viele Finnen daher geschlossen für mehrere Wochen von der Bildfläche und üben sich in Achtsamkeit. Sie sind dann einfach nur da, hören dem Sommer zu und genießen die Sonne auf der Haut. Auslandsreisen sind in Finnland eher im kalten, dunklen Winter In. Den Sommer verbingt man im eigenen Land. Auch ihr könnt euch so ein Mökki mieten und dort eine schöne Zeit verbringen: Saunieren, baden, fischen, rudern, handwerkeln, im nationalflächengroßen Wald Beeren sammeln. Im Sommer gehen die Finnen auf Moltebeerensuche im Sumpf, im Herbst in die Blaubeeren und Pilze. Sie frieren ein und machen ein, um genügend Vitamine für den Winter im Eigenheim zu horten. Ansonsten ist im Mökki nicht viel los. Man ist einfach nur da, liest und lässt sich die Sonne auf den mit Grillimakkara (Grillwurst), Hedelmäkakku (Obstkuchen) und Sima (selbstgemachter Honigwein) gefüllten Bauch scheinen. Gerade im mückenreichen Hochsommer hängt ihr lieber faul am Blockhaus herum, statt mit panischer Miene mit Rucksack im Busch. Wanderungen eignen sich in Lappland eher für den Spätsommer und Herbst, wenn man sein Nervenkostüm bewahren will.

Lappland: Fischen & Paddeln

Suomi, das Sumpfland heißt Finnland auf Finnisch. Es ist das Land der Seen und Flüsse, der Moore und Sümpfe und deshalb natürlich eben auch eine Brutstätte für lästiges Mückenvieh. Vor allem in Lappland! Doch auch für euch bringt Finnlands Wasserreichtum im Hochsommer großartige Einsatzmöglichkeiten mit sich! Die eigentliche finnische Seenplatte liegt in Süd- und Zentralfinnland, doch auch in Lappland ist die Landschaft reich ausgestattet mit Teichen und Tümpeln, Seen und Flüssen, die vor allem in Nordlappland einen wahnsinnigen Fischreichtum mit sich bringen. Landschaftlich astreine Angelregionen findet ihr am Tenojoki im Raum Utsjoki und am bereits norwegischen nördlichen Küstenstreifen. Auch weiter südlich findet ihr haufenweise Anglerspots. Erkundigt euch vorher nach Lizenzen, denn die sind zum Beispiel am Tana-Fluss begrenzt. Für Infos rund ums Angeln in Lappland oder die Anmietung einer Hütte in Utsjoki sind zum Beispiel Johannes und Aarre, die zwei Verrückten von Tundrasafaris zuständig. Wer Fische mag und das nicht nur tot, kann sich auch anders auf dem kühlen Nass beschäftigen. An fast jeder Blockhütte mit Gewässernähe gibt es ein kleines Bötchen dazu und ansonsten kann man sich auch gerne mal eines ausleihen. Die Einheimischen sind da nicht so und mit ein bisschen Glück findet man Jemanden, der sein Bötchen zum Spottpreis für einen Tag verleiht. Für mehrtägige Touren durch Lappland lohnt sich da natürlich schon der Blick ins Touristencenter. Oder ihr mietet euch eine schwimmende Sauna oder ein Partyboot, wenn es etwas dekadenter sein soll!

Lappland: Die Samí und der Norden

In Finnlands Norden, ganz hoch oben im Raum Utsjoki haben die Samí noch ein letztes verbliebenes Verwaltungsgebiet, in dem sie ihre Sprache lehren und die Traditionen ausüben dürfen. Hier oben gibt es noch Rentierhirten und zahlreiche Mythen und Gebräuche, die dort oben auf den einsamen, windigen Fjällketten so richtig Eindruck schinden. Die Kultur der Samí ist in ganz Lappland stets präsent: Rentierhaltung, Kunsthandwerk und das Leben von und mit Finnlands Natur. Doch so richtig ausgelebt wird die Kultur eigentlich nur noch im nördlichsten Zipfel, wo die Menschen noch von der Fischerei und der Rentierzucht leben. Infos haben auch hier Tundrasafaris für euch, die nachhaltigen Tourismus in Lappland leben. Fahrt doch also mal in Richtung Norden und vielleicht sogar noch ein bisschen weiter über die Grenze hinaus. Nördlich der finnischen Grenze versteckt sich die norwegische Halbinsel Varanger, die im Meer gelegen mit weitläufigen Ebenen, kleinen Fischerorten und zerklüfteten Klippen ordentlich was her macht! Wir haben unser Glück jedenfalls kaum fassen können, als wir unverhofft plötzlich in Hamningberg in einer urgewaltigen Landschaft standen! Übrigens: Nördlich des Polarkreises wird es im Sommer nicht mehr dunkel. Die Sonne scheint die ganze Nacht und zaubert ein atemberaubendes Licht in die Landschaft. Der menschliche Körper passt sich an, hat mehr Energie und kommt auch mit weniger Schlaf aus. Einmal nicht auf die Uhr hören, sondern nur auf das eigene Gefühl! Damit ihr trotzdem euren Schönheitsschlaf erhaltet, nehmt euch ein Tuch oder eine Schlafbrille mit, denn gerade im Zelt kann das sonst in Lappland problematisch werden.

Lappland: Trekkingtouren

Wandern ist ja unsere ganz besondere Lieblingsbeschäftigung in Lappland! Da gibt es Platz und Ruhe, keine überlaufenen Mehrtagestouren und keine nervigen Reglementierungen, was das Zelten angeht. Gewandert werden darf im Prinzip überall und das Zelt darf überall dort stehen, wo es niemanden stört. Die eindrucksvollsten Landschaften sind in Finnland aber glücklicherweise über Nationalparks geschützt, sodass sich ein Blick auf die finnische Nationalparkseite lohnt. Dort bekommt ihr einen schönen Überblick über lohnenswerte Touren, über das Campen im Busch oder die Verteilung der oft kostenlosen Schutzhütten in Lappland. Die Nutzung der Schutzhütten und der Feuerstellen erspart euch natürlich einiges an Campinggepäck. Nicht verzichtet werden sollte allerdings auf gutes finnisches Mückenmittel (in Finnland überall erhältlich: Off!), mückendichte Kleidung sowie in der Mücken-Hochsaison im Sommer eventuell sogar ein Moskitonetz für das Haupthaar. Die Futterration bringt ihr euch am besten aus der nächstgrößeren Stadt mit. An den Nationalparkstationen kann man sich für teuer Geld natürlich Nahrungsmitteln eindecken. Vielleicht seht ihr aber trotzdem lieber zu, dass ihr vorher mal an einem günstigen Supermarkt Halt macht, bevor es in die wenig ausgestattete Peripherie geht. Landschaftlich lohnenswert sind die folgenden Parks in Lappland: Für Fjällketten-Liebhaber lohnt sich der Urho-Kekkonen, der Pallas-Ylläs oder der Raum Utsjoki im Norden zum Wandern. Schön ist da auch die Kombination aus norwegischer Küste und finnischer weitläufiger Fjälls. Wer es gern urig und bewaldet mag kann im Pyhä-Luosto, im Lemmenjoki und im Oulanka sehr schön wandern. In letzterem gibt es auch die Bärenrunde, quasi das Stelldichein mit dem gezähnten Todfeind.

Die beste Zeit zum Wandern in der finnischen Natur ist unserer Meinung nach August-Oktober in den finnischen Ruska, den Indian Summer hinein. Denn dann färbt sich die Tundra Lapplands bereits in flammendem Rot, die Polarlichter ziehen bereits über den bereits wieder dunkler werdenden Nachthimmel und es gibt nicht mehr so viele Mücken! Das ist wichtig, denn das Wandern während der heißen und feuchten Sommermonate macht in der Mosquitowolke nun wirklich keinen Spaß!

 

Tipps für das finnische Wintermärchen, die läppischen Reisevorbereitungen oder den Equipment-Kauf für Lappland gibt es natürlich auch bei uns!